Was ist ein Ehevertrag?

Eheverträge dienen dazu, familienrechtliche Angelegenheiten zwischen den Ehegatten abweichend von den gesetzlichen Bestimmungen zu regeln. Sie können vor oder während der Ehe abgeschlossen werden.

Güterstand - Zugewinnausgleich - Gütertrennung

Häufig wünschen die Ehegatten eine besondere Regelung des Güterstandes. Das Gesetz sieht den Güterstand der Zugewinngemeinschaft vor, d.h. es besteht im Prinzip Gütertrennung und die Ehegatten haben - vereinfacht gesagt - bei Eheende das, was sie während der Ehe an Vermögen angehäuft haben, zu teilen - dies nennt man Zugewinnausgleich (Beispiel). Um dies zu vermeiden, kann Gütertrennung vereinbart werden (kein Zugewinnausgleich; erbrechtliche & erbschaftsteuerliche Nachteile) oder aber die Zugewinngemeinschaft wird modifiziert (z.B. Herausnahme bestimmter Gegenstände; Deckelung, Beschränkung auf liquide Mittel).

Ehegattenunterhalt

Ehegatten schulden einander während der Ehe und auch nach der Scheidung Unterhalt. Die Höhe und Dauer des Unterhalts hängt von einer Reihe von Faktoren (Kinder, Betreuungsleistung, Aufopferung, Dauer der Ehe usw.) ab. Die Unterhaltslast ist schwer abzuschätzen und sehr häufig Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten. Insofern sind Vereinbarungen für den Fall der Trennung durchaus sinnvoll. Geregelt werden können z.B. die Dauer und die Höhe des Unterhalts, Beendigungstatbestände, Abfindung usw.. Sie müssen aber mehr oder weniger gerecht sein (Kernbereichslehre BGH Urteil vom 11.2.2004, XII ZR 265/02, BVerfG Urteil vom 6.2.2001,1 BvR 12/92), andernfalls sind sie u.U. unwirksam.